Dieser Artikel wurde am 27.1.2017 verfasst und am 15.3.2019 komplett überarbeitet. Bei Anpassungen wurde die alte Meinung gestrichen.


Hier beschreibe ich mein aktuelles Wasserwechsel Konzept. Das alte Konzept ist bewährt und verzeiht auch den ein oder anderen Fehler. Ist also für Anfänger ehr geeignet! Die übliche Vorgehensweise könnt Ihr hier nachlesen:

Bei meiner aktuellen Herangehensweise ist es sehr wichtig die Becken möglichst unberührt zu lassen. Deshalb beschreibe ich hier nicht nur die Wasserwerte, sondern auch weitere Handgriffe. So Fummel ich nicht ständig in den Becken rum und die Fütterung ist auf ein Minimum reduziert. 

Ich teste dieses Konzept seit ca 1 Jahr bei meinen Red/Black Bees und nutze es seit September in allen Becken. Langzeitprobleme sind also noch nicht komplett absehbar. Doch aktuell bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung. Der Nachwuchs wird mehr, die Ausfälle weniger.

Ich betreibe meine Becken seit Ende 2016 erfolgreich mit dieser Methode.

Die Fütterung

Meiner Meinung die größte Fehlerquelle. Jeden Tag wird Futter in rauen Mengen ins Becken geschmissen, denn die Garnelen habe doch so ein riesen Hunger und stürzen sich sofort drauf.


Stellen Sie mal Ihrem Hund eine Futterdose nach der anderen hin, er wird alle fressen! Doch bald werden Sie merken das es Ihrem Hund nicht gut geht, auch wenn es lieb gemeint ist.

Merke:
bei jedem Tier sollte man sein Fütterungskonzept genau überdenken und dabei ist weniger meistens mehr 😉

Zu verwendeten Futter gehören diverse Sticks im Wechsel, Spirulina, Artemia (Frostfutter) und ganz wichtig: Staubfutter. Laub ist immer im Becken, es gibt mir ein ruhiges Gewissen das die Tiere immer etwas zu Fressen finden. Gefüttert wird maximal 1x am Tag.

Die Sticks kann man brechen, so nutze ich bei gering besetzten Becken (<30 Tiere) nur ca 5mm, bei normalen Besatz ca 15mm und bei starkem Besatz (>100 Tiere) ca 20-30mm. Die Sorten rollieren nach Bauchgefühl.

Die gefrorenen Artemia taue ich in Osmosewasser auf und gebe für alle meine Becken einen gestrichenen Teelöffel Montmorillonit zu. Das rühre ich kräftig um und gieße es in die einzelnen Becken. Gefüttert wird diese Mischung ca alle 14 Tage, gerne nach dem Wasserwechsel

Staubfutter gebe ich immer über mehrere Tage wenn eine Dame reife Eier trägt oder ich ganz kleine Tiere entdecke. Sonst ca 1x in der Woche. Wenn ich Staubfutter zugebe wird sonst nichts mehr gefüttert.

wichtig sind gelegentliche Fütterungspausen von mehreren Tagen!

Die Beckenpflege

Die Beckenpflege beschränke ich auf ein Minimum. Durch die geringe Fütterung halten die Tiere das Becken ordentlich. So muss ich die Innenscheibe nur alle paar Monate reinigen. Mulm sauge ich nie ab. Die Standzeit eines Beckens bis zur Rundumerneuerung beträgt 1 bis 1 1/2 Jahre.

Die schnellwachsenden Wasserlinsen entferne ich alle paar Monate, immer vor dem Wasserwechsel. Dabei kürze ich auch die anderen Pflanzen und räume lose Blätter sowie abgefressenes Laub aus dem Becken. 

Die Schwammfilter reinige ich dann wenn die Leistung sichtbar nachlässt (alle paar Monate). bei jedem Wasserwechsel. Bei den Mattenfiltern setzt sich gelegentlich der Luftschlauch im Luftheber zu. Den Schlauch reinige ich dann mithilfe eines Zahnstochers. Ansonsten laufen die Mattenfilter wartungsfrei.

Der Wasserwechsel

Gewechselt wird 1x im Monat. Bereits Tage vor dem Wasserwechsel befülle ich 3x30Liter Kanister mit frisch gezapftem Osmosewasser, so hat das Wasser Zeit die Raumtemperatur anzunehmen.

Das Wasser sauge ich mit einer simplen Wasserpumpe an und lasse es in einen separaten Kanister der nur für das Altwasser genutzt wird laufen. Damit nicht versehentlich Garnelen eingesaugt werden stecke ich einfach ein Stück Filtermatte in den Ansaugstutzen.

Das Wasser bereite ich mit dem entsprechenden Mineralsalz je nach Gattung auf. Angefangen mit den Caridina, da ich das Gemisch auch für die Neocaridina weiter nutzen kann. Mischen lasse ich es im Kanister von einer elektrischen Wasserpumpe. Wenn der richtige Leitwert erreicht ist stecke ich auf die elektrische Pumpe einen Gartenschlauch und lasse das Wasser so in die Becken pumpen. Mehr Infos zur Pumpe HIER

Wassersetup bei den Caridinabecken

Das Osmosewasser härte ich mit Bee Shrimp Mineral GH+ auf einen Leitwert von 280-300μs auf. Das sind bei einem 30l Kanister 2-2,5 gestrichene Messlöffel. Die Werte liegen so bei: 

GH: 5-6     KH: 0-1     PH: 5,5    NO2/3: 0    Leitwert: ~300μS

Wassersetup bei den Neocaridina und Golden Tiger

Das Osmosewasser härte ich 3-4 gestrichene Messlöffel Shrimp Mineral GH/KH+ auf einen Leitwert von ca 400μs auf. Die Wasserwerte liegen so bei: 

GH: >7     KH: 3-4     PH: 6,4    NO2/3: 0 Leitwert: ~450μS

In den ersten Monaten der Umstellung der Neocaridina von Leitungswasser auf Osmose schwankten die Werte in den Becken noch. Durch den aktiven Bodengrund (Akadama) bei den Golden Tiger/Blue Rilis gehen die Werte nach unten. Außerdem wurde dieses Becken erst frisch aufgesetzt, es wurde also von Anfang an das aufbereitete Osmosewasser genutzt.

Wasserwerte vom 06.01.2017

Vielen Dank für das Interesse und Sorry das der Artikel so lang geworden ist. Doch nur mit einem schlüssigen Gesamtkonzept können Aquarien stabil laufen. Als ich mit den Garnelen anfing habe ich nur alle paar Monate Wasser gewechselt und bin gnadenlos gescheitert (Siehe Einleitungstext Wasserwechsel ALT). Hoffentlich konnte ich mit der Beschreibung meines Konzeptes euch ein paar Anregungen geben. Schreibt doch in die Komentare wie Ihr euren Wasserwechsel handhabt.

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