Home > Der sichere Wasserwechsel

Als ich mit dem Hobby anfing war ich geradezu schockiert wie oft viele Halter ihr Wasser wechselten. Ich dachte das dieses Verhalten total übertrieben ist und versuchte es anders zu machen. Einige Foreneinträge zum Thema Altwasseraquarium gaben mir noch recht. Bei meinem Gesellschaftsbecken ist das auch kein Problem, dort Wechsel ich alle 1-2 Monate 50% des Wassers. Bei meinen Garnelen habe ich alle 2-3 Wochen 30-50% des Wassers gewechselt.

Was am Anfang kein Problem war, zeigte sich langfristig an der Einstellung der Vermehrung und gelegentlichen Sterben einzelner Tiere.

Als ich meine ersten Taiwaner bekommen habe wollte ich alles richtig machen und habe hier wie von vielen erfolgreichen Züchtern empfohlen jede Woche 50% des Wassers gewechselt. In diesem Becken hatte ich nie Probleme, mir ist noch kein Tier umgekippt und sie vermehren sich prächtig.

Also wird an dem empfohlenen wöchtlichen Wasserwechsel etwas dran sein? Aber warum ist das so:

Das Stichwort zur Dringlichkeit eines regelmässigen Wasserwechsel heißt Keimdichte. Bei jedem Wasserwechsel wird die Keimdichte reduziert. Trotzdem bleibt ein Teil der Keime im Wasser zurück. Wenn nun zu wenig gewechselt wird bleiben natürlich mehr Keime zurück, die sich dann schneller vermehren. Irgendwann wird der Keimdruck für den empfindlichen Organismus der Garnelen zu hoch und die Probleme fangen an. An dieser Stelle sollte sofort ein Wasserwechsel um die 95% durchgeführt werden. 

Nach diesen Erfahrungen nun mein sicheres Rezept für einen Wasserwechsel:

1x die Woche an einem festen Tag 50% des Wassers. Gelegentlich, möglichst wenn gerade keine ganz jungen Garnelen im Becken sind werden 90% des Wassers getauscht.

Optimaler Weise wird aufbereitetes Osmosewasser genutzt. Zum mineralisieren empfehle ich die SaltyShrimp Garnelensalze Bee Shrimp Mineral GH+ für die meisten Caridina Arten oder Shrimp Mineral GH/KH für Neocaridina.

Wenn Leitungswasser genutzt wird, dann nur Kaltwasser um eine Gefährdung durch Ablagerungen in Boiler, Leitungen etc zu vermeiden. Auf Chlorgeruch achten!

Das Wasser fülle ich bereits einige Tage vor dem eigentlichen Wasserwechsel in den Kanister. Das Wasser kann so die Raumtemperatur annehmen und die Garnelen bekommen keinen Schock.

(2) Comments

  1. Anonym

    Filterbakterien sitzen nicht nur im Filter sondern auch im Boden, auf Oberflächen und an der Wasseroberfläche als Film. Bei geringem Besatz und gutem Wasser geht das aber ganz ohne Wasserwechsel?

  2. Knut

    Hallo Kamin,
    die guten Filterbakterien habe ich in meinem Beitrag zwar nicht erwähnt, aber natürlich sitzen die auf allen Oberflächen. Die im Filter werden durch den permanenten Durchfluss aber sicherlich die Hauptleistung übernehmen. Um ein Garnelenbecken ohne Wasserwechsel zu betreiben benötigt man schon einiges an Geschick und würde ich ehr nicht empfehlen. Frisches Wasser kommt aber spätestens durch Nachfüllen bei Verdunstung dazu 😉

    LG Knut

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